In den nächsten 5 Ausgaben der Dorfzeitung werde ich versuchen, pro Ausgabe ein Jahrzehnt des Lebens in unserem Dorf ein wenig zu beleuchten und zusammenzufassen. Kurz erwähnt werden sollen auch Ereignisse, die Tirol oder unseren Bezirk bewegt haben. Auch soll versucht werden, ein wenig den Zeitgeist des jeweiligen Jahrzehnts einzufangen. Ziel ist keinesfalls eine lückenlose Auflistung, dies lassen auch die vorhandenen Quellen und der Platz in der Dorfzeitung nicht zu. Vielmehr finde ich es höchst interessant, ein paar Blicke in die Vergangenheit unseres dörflichen Lebens zu werfen, das sich nach dem Krieg so sehr verändert hat.
Georg Oberthanner
Die Fünfzigerjahre waren keineswegs von Wohlstand geprägt, das Alltagsleben voll von Sorgen und Entbehrungen. Österreich - ein besetztes Land, zu Beginn des Jahrzehnts noch nicht alle Kriegsteilnehmer aus der Gefangenschaft heimgekehrt - von einer inneren Verarbeitung der folgenreichen vergangenen Jahre konnte überhaupt keine Rede sein. Die Versorgung der Bevölkerung stand vielfach im Vordergrund, auch Strafen wegen Preisüberschreitungen bei Lebensmitteln z.B. beim Preis von Weizengrieß wurden verhängt. Krankheiten wie die Tuberkulose waren noch nicht besiegt, die Währung musste stabilisiert, Arbeitsplätze geschaffen werden. Schwerpunkte der baulichen Tätigkeiten waren in den Fünfzigerjahren in vielen Gemeinden unseres Bezirkes z.B.die Errichtung von Volksschulen, landesweit die Einrichtung einer flächendeckenden gesundheitlichen Versorgung. Auch machte man sich um Sitte und Moral große Sorgen: So wurde z.B. 1950 durch den Bezirkshauptmann dazu aufgerufen, Jugendlichen den Besuch von Faschings- und Tanzveranstaltungen zu untersagen. Das Alltagsleben in den Dörfern war noch vom bäuerlichen Jahreslauf bestimmt, das öffentliche Leben fast ausschließlich den Männern vorbehalten, und auch die Politik wurde außer in den Städten meist von Bürgermeistern, die aus dem Bauernstand kamen, bestimmt. Der Einfluss der Kirche auf gelebte Wertvorstellungen der Menschen war überall deutlich spürbar. Der Fremdenverkehr in unserem Land befand sich erst im Aufbau. Seine Auswirkungen in späteren Jahren, wie Wohlstand für uns alle sowie der Straßenbau in alle Täler führten zu Veränderungen in Lebenseinstellungen und Lebensweise, die sich in den Fünfzigerjahren noch keiner vorstellen konnte.
1950:
Bundespräsident Dr. Karl Renner feiert seinen 80. Geburtstag. 1950 wird der Bund der Tiroler Schützenkompanien gegründet, Inzing gehört innerhalb des Bataillons Hörtenberg zum Viertel Mitte.
In unserem Dorf wird Josef Haslwanter, Landwirt und Kandidat der ÖVP, neu zum Bürgermeister gewählt. Trotz der Wahlmöglichkeit von 5 Listen werden nur ÖVP (579) und SPÖ (196) gewählt. 1950 hat Inzing mit Ernst Brugger (1921 1987) einen Primizianten, er wird später Pfarrer in Neu-Pradl. In unserem Dorf, das zur französischen Besatzungszone und zur Grenzzone gehört, benötigt man für den Übertritt zwischen Deutschland und Österreich Grenzkarten.

Josef Haslwanter, Altbgm. und Ehrenbürger von Inzing
Bgm. von 1950-1968
1951:
Der Bezirk Innsbruck-Land hält anlässlich des Todes von Landeshauptmann Dr. Ing. Alfons Weißgatterer in Hall (damals noch Solbad Hall) eine Trauerfeier ab, zu der auch die Bürgermeister des Bezirkes gekommen sind. Am 27. Februar wird als sein Nachfolger Alois Grauß an die Spitze des Landes berufen. Tirol leidet unter Lawinenkatastrophen, der auch Menschen zum Opfer fallen. Die Gemeinde Inzing spendet für die Opfer 5000, und liegt mit dieser Summe im Vorderfeld der Hilfe leistenden Gemeinden. Die Klauentiere sind von der Maul- und Klauenseuche bedroht, die in Bayern und Südtirol bereits erheblich zugenommen hat. In Tirol wird das zweite Mal eine Jugendkulturwoche abgehalten. Im Mai wird Dr. Theodor Körner zum Bundespräsidenten gewählt, in Inzing entscheiden sich 522 BürgerInnen für ihn, 263 wählen den Gegenkandidaten Dr. Gleißner. Inzing hat 1951 1524 Einwohner und 205 Häuser. 1951 erhält unser Dorf 3 Glocken (Kriegergedächtnisglocke, Versehglocke, Sterbeglocke) von der Gießerei Graßmayr. Im Tiroler Landtag wird ein neues Naturschutzgesetz beschlossen. Für die Bürgermeister des Bezirkes, deren Aufgaben immer vielseitiger werden, wird in Matrei ein Schulungskurs abgehalten. Höchster Stellenwert im ganzen Land wird den Feuerwehren zugestanden. Diese Wertschätzung findet auch immer wieder in Ehrungen für langjährigen Einsatz Ausdruck. In Inzing werden für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt: Löffler Peter Paul, Altkommandant, Hurmann Georg, Schneiter Josef, Ziegler Josef, Deutschmann Karl, Fohrer Johann, Gollner Josef, Hofer Johann, Jenewein Johann, Kneisl Franz, Schatz Paul, Walch Josef, Walch Leo. Für 25 Jahre: Haslwanter Josef, Bürgermeister, Mariner Sebastian, Altbürgermeister, Draxl Johann, Haslwanter Anton, Jordan Johann, Kastenhuber Josef, Kirchmair Franz, Kirchmair Fritz, Kranebitter Josef, Kratzer Josef, Mair Josef, Oberthanner Hermann, Prantl Josef, Prantl Paul, Puelacher Josef, Sailer Anton. 1951 wird die Sektion Leichtathletik gegründet.
1952:
Der bekannte Tiroler Brauchtumsforscher Dr. Anton Dörrer bringt in einem Zeitungsartikel seine Sorge zum Ausdruck, dass die Fasnacht in Verruf kommen könnte, da bei Krampuslaufen auch Übergriffe auf ältere Menschen passieren und im Fasching es mancherorts Mädchen toller als die Burschen treiben. In Inzing wird im Februar ein Abfahrtslauf der Feuerwehren durchgeführt, organisiert von Feurwehrkommandant Georg Hurmann und Ing. Friedl Hirschberger. Groß ist die Begeisterung unter den vielen Zuschauern, als Weltmeister Toni Seelos, auch ein eifriger Feuerwehrmann, als Vorläufer das Rennen eröffnet. Erfolgreich ist die Teilnahme der Staffel der Inzinger Feuerwehr mit Josef Walch, Walter Neuner und Luis Kneisl: sie gewinnt den Mannschafts-Wanderpreis. 1952 entsteht in Inzing eine landwirtschaftliche Berufsschule.

Alfons Lorenz,
Schulleiter von 1945-1955
1953:
Am 1. Jänner tritt die neue Gewerberechtsnovelle in Kraft, die freies Gewerbe, gebundenes Gewerbe und handwerksmäßiges Gewerbe unterscheidet. Paul Jordan meldet sein Gewerbe als Maler und Lackierer in Inzing an, Maria Egger einen Gemischtwarenhandel (Einzelwarenhandel). Eine Zwischenbilanz ziehen die Bürgermeister unseres Bezirkes nach 3 Jahren Amtszeit: Josef Haslwanter kann für unser Dorf über die Fertigstellung des neuen Gemeindehauses berichten (S 70.000), die Wasserleitung wird erneuert: Bassin und 1500 Meter Druckleitung, 500 Meter Wasserleitung im Dorf, die Kosten belaufen sich auf S 300.000,, 1000 Robotschichten (Arbeitsschichten) müssen von der Dorfbevölkerung geleistet werden. 1000 Meter Dorfkanalisierung werden neu angelegt (S 40.000,). Für die Staubfreimachung (Asphaltierung) der Ortsdurchfahrt mit Verbreiterung und Verbesserung der Straße war ein Gemeindebeitrag von S 45.000, zu entrichten. Der Beitrag der Gemeinde für Wildbachverbauung (Enterbach und Lehnbachl) betragen S 105.000,. Neu eingeteilt werden 1953 auch die Sanitätssprengel im Bezirk. Inzing gehört mit Zirl, Hatting und Pettnau zum Sanitätssprengel 16 (Zirl). Am 22. Juli badet der elfjährige Schüler Helmut Kirchmair aus Inzing im Inn. Als er dabei in die Strömung gerät und um Hilfe ruft, springt die Kriegswitwe und vierfache Mutter Maria Schlesinger sofort ins Wasser, um ihn zu retten, gerät dabei aber selbst in Lebensgefahr. Zum Glück hat aber auch der 21-jährige Otto Gastl die Hilferufe vernommen, springt entschlossen in den Inn, zieht Kirchmair, von dem noch der Kopf sichtbar ist, und Frau Schlesinger, die sich schon bewusstlos unter Wasser befindet, aus dem Inn. Gott sei Dank haben die sofort angestellten Wiederbelebungversuche bei Frau Schlesinger Erfolg, Otto Gastl wird damit zum zweifachen Lebensretter. Bei der Landtagswahl im Oktober, die von der ÖVP klar gewonnen wird (58,8%), geben 846 InzingerInnen gültige Stimmen ab. Bei der Gemeindeversammlung am 27. Dezember wird BM Haslwanter für 30-jährige ununterbrochene Gemeinderatstätigkeit durch Überreichung einer Ehrenurkunde der Landesregierung geehrt. 1953 löst Eugen Knabl Jakob Schreyer als Pfarrer ab. Neuer Schützenhauptmann nach Franz Kneissl (Soaler) wird Josef Neuner (Fasser).
1954:
In Mutters wird am 9. Jänner eine Sesselbahn eröffnet. Der Tiroler Bauernbund feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsgottesdienst und einem Festumzug. Der Gewerbeschein wird folgendem Inzinger Betrieb erteilt: Johann Just, Tischlerhandwerk. In diesem Jahr erfolgt die Neugründung des Verkehrsvereines Inzing. 1954 baut der Inzinger Krippenpfleger Franz Rumer für die Landeskrippenausstellung in Innsbruck eine viel bestaunte Rundkrippe.

Pfarrer Jakob Schreyer
in Inzing von 1915-1953
1955:
Österreich ist frei! Die Kinderbeihilfe beträgt bei einem zu berücksichtigenden Kind S 105,, bei vier Kindern S 605,. Im März wird die Sektion Fußball des Turnvereines Inzing gegründet, erster Sektionsleiter wird Peter Paul Walch. Die Bürgermeister des Bezirkes machen einen gemeinsamen Ausflug nach Bayern. Nach Erreichung der Altersgrenze tritt der Inzinger Volksschuldirektor Alfons Lorenz in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Franz Pisch. Die Gewerbeberechtigung erhalten Otto Gastl, Fleischhauerei; Georg Mariner, Erzeugung von rohen Kisten und Obststei-gen; Anna Mariner, Kommissionswarenhandel mit Kartonagen, Verpackungspapiere, Glaswaren, Spielwaren, Holzwaren und Haushaltsgeräten; Josef Hule, Im- und Exporthandel mit allen Waren. Inzing ist im Jahr 1955 dazu ausersehen worden, am Dreifaltigkeitssonntag den Bekenntnistag der katholischen Landjugend des Bezirkes Innsbruck-Land durchzuführen. Die Pfarrkirche ist bis zum letzten Platz gefüllt, als sich ungefähr 1000 Mädchen und Burschen um 9 Uhr zum Gemeinschaftsgottesdienst einfinden. Nach dem Gottesdienst begleitet die Musikkapelle von Inzing die Jugend zum Festplatz, wo an die 50 Teilnehmer, die sich in der Jugendgruppe bewährt haben, das Bekenntniszeichen verliehen wird. Zu Mittag wird die Ausstellung Frohes Schaffen im Dorf eröffnet, die anerkennenswerte Arbeiten bäuerlicher Volkskunst zeigt. Am Nachmittag zeigen dann noch Chöre, Volkstanzgruppen und Fahnenschwinger ihr Können, der Tag schließt dann mit einer Herz-Jesu-Feier. Am 17. November erzielen Josef Rist, Inzing, Otto Plattner, Zirl und Dipl.Ing. Franz Pichler, Innsbruck bei der Prüfung zur Erlangung der ersten Jagdkarte von 23 erfolgreichen Prüflingen die besten Ergebnisse.

Peter Paul Walch
Sektionsleiter Fußball von 1955-1956
1956:
Am 26. Jänner wird in Wattens unter großer Anteilnahme und in Anwesenheit des Landeshauptmannes und weiterer Mitglieder der Landesregierung Daniel Swarovski zu Grabe getragen. Nach sechs Jahren Tätigkeit als Bürgermeister kann Josef Haslwanter eine stolze Bilanz der geleisteten Arbeit in der Gemeinde vorweisen: Die Fertigstellung des Gemeindehauses mit Gemeindekanzlei, Sitzungsräumen, Gendarmerieräumen, Raiffeisenkasse und Wohnung, Neuschaffung eines Klassenzimmers, Einbau einer Zentralheizung im Altersheim, Bau einer Leichenkapelle, Neuanlage eines zweiten Friedhofes im Ausmaß von 1349 m2, Herstellung einer Wohnung für die Sprengelhebamme. Weiters: Neubau einer Druckwasserleitung, Bassin und 3000 m Wasserleitung, 1000 m Kanalisierung, Bau eines Löschwasserspeichers mit 100 Kubikmeter Inhalt, die Verbauung des Enterbaches, Weichertal- und Lehnbachls. Neu gebaut wurden vier Brücken in der Gesamtlänge von 24 m, die Ortsdurchfahrt wurde staubfrei gemacht (asphaltiert). Beim Gemeinde-Elektrizitätswerk wurden folgende Arbeiten durchgeführt: Erweiterung der Zuleitung um 220 Meter, Errichtung von zwei neuen Trafostationen, Umspannung des gesamten Stromnetztes von 150 Volt auf 220/380 Volt. Das Stromversorgungsnetz wurde um 1250 m erweitert, 50 Neubauten wurden an das Stromnetz angeschlossen und 500 m Fernsprechleitung verlegt. 1956 feiert die Inzinger Spielfreudigkeit (und damit der Theaterverein) ihr 300-jähriges Jubiläum. Bei den Gemeinderatswahlen wird BM Haslwanter (Inzinger Bauern- und Bürgerliste) wiedergewählt. Die Raiffeisenkasse Inzing beschließt eine Änderung ihrer Satzungen, unter anderem: Weiters ist die Genossenschaft berechtigt, den Ankauf, Verkauf und Tausch ausländischer Zahlungsmittel und Schecks von und an jedermann durchzuführen. Für 40-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr wird Alois Markt geehrt. Die Gewerberechtigungen erhalten 1956: Arthur Schärmer, Inzing, Beförderungen von Baumaterialien mit einem Lkw; Ing. Heinrich Schärmer, Inzing, Handel mit Baumaterialien unter Ausschluss von Baueisen, sowie Rosa Schärmer, Inzing, Buffet.

Hermann Oberthanner
Kapellmeister von 1919-1939 und 1941-1971
1957:
Am 4. Jänner stirbt Dr. Theodor Körner, der erste vom Volk gewählte Bundespräsident Österreichs. Beklagt wird auch schon damals der Sprachverfall, allerdings noch nicht die Übernahme von englischen Ausdrücken, sondern die von bundesdeutschen, wie z.B. Sahne für Rahm. Allerdings ist man auch nicht zufrieden, wenn manche mit aller Gewalt Originale sein wollen und vor die Türe Haxn abkratzn statt Füße abstreifen hinschreiben. Anlässlich der 75-Jahr-Feier der Landeslandwirtschaftskammer wurde an Josef Kranebitter, Bauer in Inzing, das Ehrenzeichen in Bronze verliehen. 1957 übersiedelt der Kindergarten in das Jugendheim. Im selben Jahr wird der Männerchor Friedrichslinde gegründet und Franz Rumer wird neuer Obmann der Raika Inzing. Neu in den Inzinger Schuldienst wird Hermine Huber übernommen. Auch werden 1957 wieder einige Gewerbeberechtigungen in Inzing vergeben: Peter Schatz, Sägegewerbe; Peter Paul Wanner, Einzelhandel mit Gemischtwaren; Josef Rumer, Lohnmüller ohne das Recht auf Lehrlingshaltung. In Inzing finden die ersten Heimatabende mit der Sängerrunde Schatz statt.

Hptm. Pepi Neuner, 1953-1964
1958:
In unserem Bezirk werden zwei Steinadler erlegt. Am 12. Jänner findet unter Teilnahme des Bezirkshauptmannes Dr. Nöbl eine Gemeindeversammlung statt. Nach dem Bericht über erfolgte Arbeiten und Ausgaben wurden vom Bürgermeister vorausschauend zwei Probleme zur Debatte gestellt: einmal der dringend notwendige Bau eines neues Schulhauses, da das alte in keinster Weise mehr den neuen Anforderungen entspricht 2 Klassen müssen sogar im Pfarrheim untergebracht werden. Ein weiteres Sorgenkind ist das Elektrizitätswerk der Gemeinde, das bei weitem nicht mehr in der Lage ist, den Bedarf der Gemeinde zu decken. Dr. Nöbl weist darauf hin, dass bei der Mittelverwendung der Schulbau unbedingt vorzuziehen sei. Die Gemeindeversammlung, die unter reger Teilnahme der Inzinger Bevölkerung stattfindet, verläuft zur Zufriedenheit aller Beteiligten.
Probleme gibt es für den Theaterverein Inzing: Die Ursache liegt darin, dass es für den Verein keine Bühne mehr gibt, da der Saal im Gasthaus Wanner, in dem seit jeher gespielt wird, in nächster Zeit umgebaut werden soll. Das letzte Stück, das in Inzing aufgeführt wurde, war die Geier-Wally. Das geplante Stück Via Mala, von den Spielern bereits vorbereitet, kann nicht über die Bretter gehen. Wenn es nicht gelingt, der Inzinger Theatergesellschaft einen geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen, so muss diese Quelle ländlicher Kultur versiegen. Dieser Verlust wäre nicht nur für die Gemeinde Inzing, sondern für das ganze Oberinntal schmerzlich. Jungbürgerinnen des Jahres 1958 sind: Josefine Neuner, Viktoria Scholl, Rosa Hörtnagl, Margarete Kirchmair und Antonia Suitner. Jungbürger: Ewald Mayer, Josef Vent, Eugen Schlesinger, Herbert Rainer, Walter Konrader, Alois Kirchmair, Herbert Sagerer, Willi Haslwanter, Josef Löffler, Walter Abenthung, Vinzenz Mittermair, Johann Weithaler, Ernst Suitner und Ludwig Wanner. Gesamtzahl der Jahrgangsangehörigen 25. Mitwirkende: Musikkapelle unter Kapellmeister Oberthanner; Männerchor, dirigiert von Lehrer Meinrad Beiler, Programmgestaltung: Bürgermeister Haslwanter. Die Gewerbeberechtigung wird vergeben an: Ernestine Peter, Erzeugung kunstgewerblicher Gegenstände. Dem langjährigen Kapellmeister Oberthanner wird in Anerkennung seiner großen Verdienste um das kulturelle Leben in der Gemeinde das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Inzing zuerkannt. Am 14. April feiert Pfarrer Eugen Knabl seinen 50. Geburtstag. 1958 übersiedelt die Raika ins neue Geschäftslokal in der Kohlstatt Nr. 1, die Herrenmannschaft Tischtennis mit Alois und Franz Kirchmair, Ernst Suitner und Karl Markt schafft den Aufstieg in die höchste Spielklasse Tirols.
1959:
Am 25.April erfolgt der Spatenstich für den Bau der Europabrücke, anwesend sind u.a. Minister Dr. Fritz Bock und Landeshauptmann Dr. Hans Tschiggfrey. BM Haslwanter berichtet über die geleisteten Arbeiten in den ersten 3 Jahren dieser Gemeinderatsperiode: Gründliche Renovierung des Altersheimes; Staubfreimachung der Straße; Teilregulierung des Dorfbaches, Umbau und Verbesserung des Almgebäudes; Ausgestaltung des Friedhofes; Staubfreimachung der Straße Zirl Inzing; Anschaffung eines Kraftfahrzeuges und einer Motorspritze für die Feuerwehr; Erweiterung der Wasserleitung. Gewerbeberechtigungen wurden vergeben an: Ewald Puelacher, Zuckerbäcker; Fridolin Hirschberger, Erzeugung aller Ziegelsorten; Ludwig Walch, Tapezierergewerbe; Adolf Vent, Tischler; Josef Mayer, Ausführung aller Malerarbeiten. Das Gelöbnis, gute BürgerInnen der Gemeinde, des Landes und des Staates zu sein, legen 1959 ab: Maria Löffler, Anna Haslwanter, Maria Markt, Annelies Schlierenzauer, Paula Zangerl, Maria Abenthung, Roman Gadner, Georg Grießer, Franz Braun, Günther Guschlbauer, Werner Mayr, Adolf Vent, Johann Walcher, Josef Ziegler und Josef Mariner. In unserem Dorf wird eine Schuhplattlergruppe gegründet. Am 16. August gedenkt die Gemeinde Inzing des 150. Geburtstages ihres großen Sohnes, Fürstbischof Vinzenz Gasser. An der Feier nehmen der Bischof und Mitglieder der Tiroler Landesregierung teil. Beklagt wird allerdings, dass diese Vinzenz Gasser-Feier im Trubel der Sommersaison und der vielen Festlichkeiten nicht voll zur Geltung kam. 1959 ist der 50. Todestag des Inzinger Porträt- und Landschaftsmalers Josef Schretter.

Franz Pisch, VS-Leiter von 1927 - 1945 und 1953 - 1969,
von 1945 - 1953 Gemeindesekretär
1963 Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Inzing, Dorfchronist
Quellenangabe: Bezirkszeitung Innsbruck-Land, Inzinger Zahlenspiegel
Fotos stammen aus der Dorfchronik Inzing oder wurden von den Familien zur Verfügung gestellt.
Tirol erlebt in den 60er Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung, wichtige Straßenbauprojekte können fertiggestellt, neue Schigebiete erschlossen werden. Aber nicht alle Täler unseres Landes können am neuen Wohlstand teilhaben so kämpfen das Schmirn- und das Obernbergtal aufgrund von Infrastrukturproblemen und mangelnden Erwerbsmöglichkeiten gegen rückläufige Einwohnerzahlen. Allerdings ist man sich schon damals bewusst, dass die Erschließung durch Straßenbau zur Verbesserung der Möglichkeiten touristischer Nutzung unsererer Gebirgstäler nicht nur Vorteile, sondern auch Probleme mit sich bringen werden. Einer der Höhepunkte des Jahrzehnts wird die Durchführung der IX. Olympischen Winterspiele 1964 in Innsbruck, der Axamer Lizum und Seefeld sein. Ebenso in Erinnerung geblieben ist der Besuch der englischen Königin in Tirol im Jahr 1969. Die gesellschaftlichen Aufbrüche in den späten 60er Jahren, insbesondere der internationale Aufstand der Jugend gegen die Mächtigen und gegen verkrustete Strukturen gehen an Tirol fast spurlos vorüber.
1960:
Im Bezirk wird den Bürgermeistern der geplante Bebauungsplan vorgestellt, der drei Ziele verfolgt: 1. Er soll eine sparsame Verwendung des wertvollen Gutes Grund und Boden ermöglichen. 2. Er soll dazu beitragen, landwirtschaftliche Gründe möglichst zu erhalten. 3. Er soll die Landschaft pflegen. Am 14. Feber wird in Telfs zum dritten Mal nach dem Krieg wieder ein Schleicherlaufen abgehalten. Die Gemeinde Inzing beabsichtigt, bei ihrem Elektrizitätswerk die Unterstufe auszubauen, die die derzeitige Leistung von rund 900.000kWh mehr als verdoppeln wird. Es soll eine 1120 Meter lange Leitung und ein neues Kraftwerk gebaut werden. Für später ist auch die Errichtung eines Speichers, der 3000 Kubikmeter Wasser fassen soll, geplant. Der von Dipl.Ing.Oskar Heinz erstellte Kostenvoranschlag schätzt die Baukosten auf mindestens 2 Millionen Schilling. Nach der Fertigstellung des Projektes könnte der Stromzukauf voraussichtlich um mehr als 400.000 kWh auf 80.000 kWh gesenkt werden. Folgende JungbürgerInnen legen das Treuegelöbnis ab: Agnes Brandstätter, Anneliese Draxl, Rosemarie Haider, Edith Hule, Dora Mair, Hannelore Mayer, Johanna Pairst, Herta Prantl, Herta Puelacher, Liselotte Schlesinger, Rosa Walcher, Helene Witsch, Mathilde Klausner, Stefanie Zimmermann, Adolf Dejakum, Georg Draxl, Werner Draxl, Kurt Giovanni, Manfred Graf, Bartholomäus Jenewein, Günther Jenewein, Josef Mariner, Karl Markt und Roland Wanner. Die Hochwasserkatastrophe vom 17. September verursacht im Bezirk Innsbruck in den Gemeinden Neustift, Telfs, Pettnau, Oberhofen, Polling, Hatting, Inzing, Zirl, Unterperfuß, Kematen, Völs, Wattens und Gschnitz schwere Schäden. Die Straße Zirl Inzing steht unter Wasser, in Inzing wird der Inndamm an 5 Stellen durchbrochen. Im gesamten betroffenen Gebiet werden riesige Flächen unter Wasser gesetzt, viele Wohnhäuser und Betriebsanlagen kommen zu Schaden. Die Gewerbeberechtigung erhält Josef Puelacher, Handel mit Fettstoffen, Feinbäckerei- und Zuckerbäckerwaren und Mehl.

Eugen Knabl (Ehrenbürger)
Pfarrer von Inzing 1953-1987
1961:
Anlässlich der 100. Jungbürgerfeier im Bezirk macht man sich Gedanken über die Jugend: Viele, ja allzuviele unserer Jugendlichen zeigen alle Anzeichen einer Übersättigung und einer Müdigkeit, die mit dem Geburtsjahr nicht in Einklang zu bringen ist. Die Teilnahmslosigkeit ist eine Epidemie und die Gleichgültigkeit gegenüber dem öffentlichen Geschehen strebt einem bedenklichen Höhepunkt zu. Es ist ein ernstes Zeichen, wenn in einer Gemeinde, die viel für die Jugend getan hat, von 15 Jugendlichen, die vom Bürgermeister schriftlich zur Teilnahme an einer Jungbürgerfeier eingeladen wurden ein Einziger (und das war kein Eingeborener) zum Vorbereitungsabend erscheint.
Inzing vollendet den Bau der sechsklassigen Volksschule mit einem Aufwand von 1,2 Millionen Schilling. Als in Inzing das alte Schulhaus gebaut wurde, da zählte die Gemeinde rund 900 Einwohner. Schon seit mehreren Jahren war es notwendig, zwei Klassen der Volksschule außerhalb des Schulhauses unterzubringen. Deshalb hat der Gemeinderat am 19. Februar 1958 beschlossen, eine neue Schule zu errichten. Das Haus wurde nach den Plänen des Oberbaurates Dipl.Ing. Jakob Walcher erbaut und am Sonntag, den 24. September geweiht. Bürgermeister Josef Haslwanter kann LR Adolf Troppmair, BH HR Dr.Nöbl, den Bezirks-schulinspektor Hugo Pahle und den Großteil der Einwohnerschaft von Inzing begrüßen. Für die musikalische Gestaltung sorgen die Musikkapelle, der Männerchor und ein Kirchenchor. Bei der Besichtigung des Hauses zeigen sich die Gäste sehr zufrieden und die Inzinger sind recht stolz auf das tadellos gelungene Werk. Der Kindergarten zieht nun in die freigewordene alte Volksschule um, und auch die Musikkapelle erhält dort ein neues Probelokal. Ludwig Walch erhält die Gewerbeberechtigung für den Einzelhandel mit Eisen- und Metallwaren. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung vom 21. März hat Inzing nun 1722 Einwohner, das sind um 201 mehr als 1951, 422 Haushalte (um 37 mehr) und die in zehn Jahren 108 gebauten Häuser erhöhen den Bestand auf 309. Ewald Puelacher erhält die Gewerbeberechtigung für ein Espresso (Cafe), Johann Riczky für eine Zinngießerei. Otto von Habsburg wird der Titel eines Ehrenhauptmanns der Inzinger Schützenkompanie wieder zuerkannt.

Eröffnung der Volksschule am 24.Sept. 1961 durch BH HR Dr. Nöbl
1962:
Für Schifahrer gibt es eine freudige Botschaft: die Straße in die Axamer Lizum wird zwar noch nicht feierlich eröffnet, aber ab 20. Dezember für den Verkehr freigegeben. Nach 6 Jahren Arbeit wird in den Gemeinden des Bezirkes wieder Bilanz gezogen. Inzing vermeldet den Bau einer neuen Volksschule mit 6 Klassen, Schulküche, Bastelraum, Filmvorführraum und einer Schulwartwohnung. Erweitert wurde die Dorfwasserleitung um 770 m und 4 Hydranten. 500 m Gemeindewege wurden neu angelegt und die Ortsdurchfahrt staubfrei gemacht. Neugestaltet wurde der Dorfplatz mit Florianibrunnen, Beiträge für Inn- und Dorfbachverbauung wurden geleistet. Ebenso wurden Beiträge zur Renovierung der Kirche und des Widums sowie zur Anschaffung neuer Musikinstrumente geleistet. Ausgebaut wurde die Unterstufe des Gemeindeelektrizitätswerkes mit einem neuen Krafthaus und einer Druckrohrleitung mit 1000m Länge. Bürgermeister Josef Haslwanter tritt nach den Gemeinderatswahlen in seine dritte Funktionsperiode. Anton Hosp erhält seine Gewerbeberechtigung als Schlosser. In Inzing gibt es erstmals eine Ortsbäuerin.
1963:
Eduard Wallnöfer wird im Juli vom Tiroler Landtag zum neuen Landeshauptmann als Nachfolger für den während seiner Amtszeit verstorbenen Dr. Hans Tschiggfrey gewählt. Am 26. Jänner 1363 hat Margaretha Maultasch für den Fall ihres Ablebens ihren Vettern, den Herzögen Rudolf, Albrecht und Leopold von Österreich die würdigen und Edlen Grafschaften zu Tirol und zu Görz, das Land und die Gegend an der Etsch und das Inntal urkundlich abgetreten. Somit feiert man 1963 die 600-jährige Zugehörigkeit Tirols zu Österreich. Am 30. Mai wird das letzte Stück der Fahrbahn der Europabrücke feierlich eingesetzt. Inzing wird die restlichen Schulden für das neue Schulhaus abstatten, die Quellfassung der Wasserleitung erneuern, Gründe für Gemeindewege ablösen sowie einen Schulgarten und einen Sportplatz anlegen. Volksschuldirektor OSR Franz Pisch wird zum Inzinger Ehrenbürger ernannt. Rosa Schärmer erhält die Gewerbeberechtigung für eine Fremdenpension. Die Tanzkapelle Die Falken (später Tambourino) wird gegründet. Mit dabei sind Peter Scharmer, Karl Haider, Ewald Mariner, Ewald Kapeller und Günther Guschelbauer.

Georg Hurmann Mittermüller Schorsch
Kommandant der Inzinger Feuerwehr
1946-1971
1964:
Im Februar werden am Bergisel die IX. Olympischen Winterspiele eröffnet. In der Axamer Lizum feiern die Österreicherinnen in der Damenabfahrt einen Dreifacherfolg: Christl Haas gewinnt vor Edith Zimmermann und Traudl Hecher, beim Riesenslalom müssen sich Karl Schranz und Pepi Stiegler dem Franzosen Francois Bonlieu geschlagen geben. Das Bezirkskrankenhaus in Solbad Hall feiert seinen 50-jährigen Bestand. Inzing plant eine Verbesserung der Wasserversorgung und leistet einen Beitrag für die Erweiterung der Sprengelhauptschule in Zirl. Inzing gedenkt des Schülers und Nachfolgers des großen Tiroler Kartographen Peter Anich, Blasius Hueber anlässlich dessen 150. Todestages. Hueber verstarb am 4. April 1814 im Inzinger Weiler Toblaten. Zu Schulbeginn wird im Bezirk ein Mangel an Lehrkräften beklagt. An unserer Volksschule gibt es personelle Veränderungen: Anna Triendl wechselt nach Ranggen und Elfriede Gruber unterrichtet in Inzing ihre erste Volksschulklasse. Anton Kranebitter wird Hauptmann der Inzinger Schützenkompanie. Daniel Vent wird Ehrenmitglied der Krippenfreunde, Landesgruppe Tirol.
1965:
Vor zwanzig Jahren wurde Österreich in die vier Besatzungszonen von Russen, Amerikanern, Briten und Franzosen unterteilt. Am 28. Feber verstirbt Bundespräsident Dr. Adolf Schärf im 8. Jahr seiner Präsidentschaft, sein Nachfolger wird Franz Jonas. In Inzing erhält Jonas 314 Stimmen, sein Gegenkandidat Dr. Alfons Gorbach 766. Zur Halbzeit der laufenden Gemeinderatsperiode hat Inzing sein Altersheim erweitert und modernisiert. Alois Kirchmair erhält die Gewerbeberechtigung für eine Bau- und Möbeltischlerei, Georg Haider für den Einzelhandel mit Schuhen. Vom 21. Juni bis 3. Juli 1965 bricht ein katastrophales Hochwasser über unseren Bezirk herein. Bedingt durch eine abnorm hohe Schneelage in Höhen über 1800 m, hohe Tagestemperaturen mit abendlichen Gewittern treten in den Seitentälern Bäche und Achen aus den Ufern, verwüsten Kulturgründe und Häuser. Muren verlegen Straßen, der Bahnverkehr ins Oberinntal wird unterbrochen, auch Inzinger Gebiet ist von den Überschwemmungen betroffen. Das Gendarmeriepostenkommando Inzing wird aufgelassen, zuständig für unser Gemeindegebiet ist nun mit Wirkung vom 16. Juli das Postenkommando Kematen. Bei den Landtagswahlen im Oktober wählen 620 Inzingerinnen und Inzinger ÖVP, 325 SPÖ und 82 FPÖ. Hubert Leitner übernimmt die Leitung des Kirchenchores. Die Gewerbeberechtigung als Elektromechaniker erhält Dipl.Ing. Erich Werner.
1966:
Prof. Clemens Holzmeister, der berühmte Tiroler Architekt, feiert seinen 80. Geburtstag. Inzing will einen Gemeindebauhof errichten und einrichten, ein Feuerwehrgerätehaus und einen Hochbehälter für Trinkwasser erbauen und das Wasserleitungsnetz erweitern. Außerdem leistet die Gemeinde Beiträge für den Bau der Sprengelhauptschule in Zirl. Josef Mariner erhält die Gewerbeberechtigung für ein Sägewerk. Schuldirektor Franz Pisch wird mit Entschließung des Bundespräsidenten vom 27. April zum Oberschulrat ernannt. Der Österreichmarsch zum Stift Stams, der zur Feier des Nationalfeiertages, dem 26. Oktober, stattfindet, führt zum Großteil durch unseren Bezirk. Die rund 500 Männer und Frauen marschieren über Völs, Kematen und Inzing nach Pfaffenhofen und erreichen nach gut achtstündigem Marsch das Stift Stams. In Inzing, Flaurling und Pfaffenhofen werden die Teilnehmer von den Musikkapellen empfangen, und überall zeigen die Häuser Fahnenschmuck. Auch die Bürgermeister und Gemeinderäte heißen die Marschierer und Marschiererinnen willkommen. Die Tiroler Landesregierung hat der Gemeinde Inzing mit Beschluss vom 2. November die Verleihung eines Wappens ausgesprochen. Dieses zeigt auf schwarzem Schild rechts vier Spitzen rot-weiß wechselnd und links oben ein goldenes Dreizackeisen. Das Dreizackeisen erinnert an das im Jahre 1451 erloschene Adelsgeschlecht, das zu Eben am Inzingerberg seinen Stammsitz hatte und 1227 erstmals urkundlich erwähnt wird. Nach dem Bau eines Turms in Inzing verfiel der Ansitz zu Eben am Inzingerberg. Die rot-weiß wechselnden Spitzen erinnern daran, dass in Inzing ein Viertel der Bauerngüter der Grundherrschaft der Landesfürsten unterstanden ist. Die Ziegelei Klotz schließt wegen mangelndem Lehmvorkommen und großen Absatzschwierigkeiten ihre Tore. Die Sektion Damengymnastik der Sportunion Inzing wird gegründet.

von hinten links: Oberthanner Agi, Schatz Anni, Mayer Berta, Beiler Nelly
von hinten rechts: Wanner Maja, Oberthanner Marie, Mayer Tilly, Stürer Mali
1967:
Vor 60 Jahren wurde durch das Gesetz vom 26. Jänner 1907 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht eingeführt Frauen waren aber noch bis 1918 von den Wahlen ausgeschlossen. Gefeiert werden im Bezirk 100 Jahre Brennerbahn. Der Bezirk Innsbruck gedenkt des großen österreichischen Dramatikers Karl Schönherr (geb. 24. Feber 1867 in Axams) anlässlich seines 100. Geburtstages. Für den 18. April lädt Bürgermeister Josef Haslwanter zu einem Diskussionsabend, der von rund 50 Gemeindebürgern besucht wird. Zur Sprache kommen die Schulraumfrage, der Bau eines Schwimmbades, eines Gerätehauses (Anm.: für die Feuerwehr) und die Weiterführung der Kanalisierung. Die Lösung all dieser Probleme würde einen Aufwand von 25 bis 30 Millionen Schilling erfordern. Gesprochen wird auch über die Errichtung einer eigenen Hauptschule in Inzing, doch kann an die Realisierung eines solchen Projektes derzeit nicht gedacht werden, weil die neue Sprengelhauptschule in Zirl genügend Raum bietet. Anton Hosp wird der Betrieb eines Schischleppliftes genehmigt. Am Samstag, dem 17. Juni, findet anlässlich der Verleihung des Gemeindewappens am Inzinger Dorfplatz eine Feier statt. Als Gäste können der Gemeindereferent, LR Adolf Troppmair, die Bürgermeister Josef Stainer von Zirl, Anton Haider von Pettnau und Vizebürgermeister Franz Gratl von Ranggen begrüßt werden. Verbunden wird die Feier zur Gemeindewappenverleihung mit der Jungbürgerfeier, für die musikalische Umrahmung sorgen die Musikkapelle und der Männerchor. Aufgrund mangelnder Schülerzahlen wird die Landwirtschaftliche Berufsschule in Inzing wieder geschlossen. Nach der Schließung der Ziegelei Klotz im Vorjahr trifft nun das selbe Schicksal auch die Ziegelei Kratzer. Willi Haslwanter wird Leiter der Sportunion-Sektion Rodeln. Ein von Franz Pisch verfasster Diavortrag über Inzing erfreut erstmals die Herzen der Gäste. Die Inzinger Band The Flowers wird gegründet. Bandmitglieder sind Klaus Rist, Rüdiger Coreth, Volker Coreth und Helmut Thaler.

Eröffnung des neuerbauten Liftes der Familie Hosp, 1967
1968:
Eine ereignisreiche Gemeinderatsperiode geht zu Ende. Inzing hat nun 2123 Einwohner und Bürgermeister Haslwanter kann nach 18 Jahren Amtszeit noch einmal stolze Bilanz über das in den vergangenen 6 Jahren Geleistete ziehen: Fertigstellung der sechsklassigen Volksschule mit gemeindeeigener Wohnung; Bau einer E-Werk-Unterstufe (2,5 Millionen Schilling); Ankauf der Liegenschaft Kohlstatt 60 zur Errichtung eines Bauhofes und des Hauses Kohlstatt 4 für den Bau eines Gemeindehauses; Erstellung des Rohbaues für ein Feuerwehrgerätehaus; die Quellfassung wurde verbessert und die Wasserleitung um 220 m erweitert; für die Ortskanalisation wurde das Projekt erstellt; 1730 Meter Gemeindewege und 1500 Meter Almweg wurden neu angelegt und 3170 Meter Gemeindewege staubfrei gemacht. Erweiterung und Neuanlage der Straßenbeleuchtung, Kauf eines Feuerwehrautos, eines Gemeindefahrzeuges mit Schneepflug und Sandstreugerät und einer Straßenwalze. Zur Erweiterung des Schulhofes und zur Errichtung (1967/68) eines Erholungszentrums wurden 11.541 Quadratmeter Grund erworben, die Beteiligung am Bau der Sprengelhauptschule in Zirl beträgt 19 Prozent. Am 31. März wird der Gemeinderat neu gewählt. Bürgermeister Haslwanter kandidiert aus Altersgründen nicht mehr. Neuer Bürgermeister in Inzing wird Kurt Schletterer (Jg.1932). Am 26. Mai wird in Anwesenheit des Bezirkshauptmannes Dr. Nöbl Altbürgermeister Haslwanter das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Inzing verliehen. Als Feuerwehrkommandant wiedergewählt wird Georg Hurmann. Eine Schuhplattler- und Volkstanzgruppe entsteht. Mit dabei sind Egon Walcher, Bernhard Sailer, Herbert Gspan, Herbert Mariner, Pepi Haslwanter, Reinhold Grießmaier, Ilse Hofer, Meni Griesser, Bernadette Zimmermann, Martha Ziegler, Maria Deutschmann.

Kurt Schletterer (Ehrenbürger) Bürgermeister von Inzing 1968-1992
1969:
Englands Königin, Elizabeth II., weilt im Mai auf Staatsbesuch in Österreich und wird auch in Tirol begeistert empfangen. In unserem Land gedenkt man des 450. Todesjahres Kaiser Maximilians I. Am 26. Juni trifft unser Dorf eine verheerende Katastrophe großen Ausmaßes. Ein mit Hagelschlag verbundener Wolkenbruch löst im Almgebiet Hangrutschungen aus, die tausende Kubikmeter Material in den Enterbach einbringen. Mit unvorstellbarer Geschwindigkeit und Wucht rast diese Wasser-, Schlamm- und Steinlawine auf unser Dorf zu, wird aber durch den alten Schutzdamm noch in Richtung westlich gelegener Felder abgelenkt. Durch eine rechtzeitige Gewitterwarnung der Kassierin Sieglinde Falkensteiner haben die meisten der mehr als tausend Besucher das am Ortsrand liegende Schwimmbad schon verlassen, als die Mure dieses erreicht. Nicht mehr flüchten können der Innsbrucker Familienvater Dr. Josef Öfner und sein sechsjähriger Sohn Wolfgang. Sie kommen in der verheerenden Flut ums Leben.

Sein Leben verliert auch der Baggerfahrer Klaus Kofler bei Aufräumungsarbeiten im Bereich des Inzinger Steinbruchs, als er von der Mure überrascht wird. Großartig ist die Hilfestellung für unser Dorf nach der Katastrophe durch den Einsatz der Raupen- und Baggerführer, der Männer der Feuerwehren, des Bundesheeres, der Gendarmerie, des Roten Kreuzes, der Bergwacht und der Bergrettung. Meinrad Beiler folgt Franz Pisch als Direktor unserer Volksschule nach. Das Lagerhaus der Raika am Jörg-Köldererweg wird eröffnet.
Quellenangabe: Bezirkszeitung Innsbruck-Land
Inzinger Zahlenspiegel
Fotos stammen aus der Dorfchronik Inzing oder wurden von den Familien zur Verfügung gestellt.

Meinrad Beiler (Ehrenringträger) Volksschuldirektor in Inzing 1969-1991
Nachtrag zu Teil 2 (60 er Jahre): Missverständlich von einer Leserin aufgenommen wurde ein Satz in der letzten Ausgabe der DZ, betreffend das Jahr 1961. In diesem Satz wurde Verwunderung darüber ausgedrückt, dass so wenige JungbürgerInnen zur Vorbereitung der Jungbürgerfeier erschienen waren. Dieser Satz betraf nicht Inzing, sondern eine in der Quelle (Bezirksblatt) nicht namentlich genannte Gemeinde im Bezirk. Aufmerksamen LeserInnen wird nicht entgangen sein, dass am Beginn jedes Jahresabschnittes immer wichtige oder markante Ereignisse, die sich in Tirol oder im Bezirk ereignet haben, erwähnt werden, gedacht als zeitgeschichtliche Querverbindungen zu den damaligen Geschehnissen in unserem Dorf.
Dies ist auch in Teil 3 wieder so. Tirol steht wirtschaftlich hervorragend da, allgemeiner Wohlstand und sichere Arbeitsplätze werden selbstverständlich. Es bleibt mehr Platz für Freizeit, Kultur und Sport. Dies zeigt sich auch in unserem Dorf. Vereine werden gegründet, Sport- und Kulturstätten erbaut. Hart gearbeitet wird daran, die Folgen der katastrophalen Mure von 1969 zu beseitigen und unser Dorf für die Zukunft sicher zu machen. Inzing ist eine attraktive Gemeinde in Städtnähe, neue Betriebe und Menschen siedeln sich an, die Bautätigkeit im Dorf nimmt zu. Die Bedeutung der Landwirtschaft in Inzing beginnt abzunehmen. Massive Veränderungen im dörflichen Zusammenleben, positiv wie negativ, kommen auf die BewohnerInnen zu. Eine große Herausforderung für die Gemeindepolitik bedeutet der Zusammenschluss der zwei sehr verschiedenen Gemeinden Inzing und Hatting.
Die 70er Jahre, Symbol für Aufbruchsstimmung, der Chance für Neues, aber auch des manchmal schmerzlichen Abschieds von altgewohnten Werten.
1970:
Vor 50 Jahren nahm das Königreich Italien offiziell von Südtirol Besitz. Die Tiroler ÖVP verliert bei den Landtagswahlen 2 Mandate an die SPÖ unter Herbert Salcher.
Am Sonntag, den 24. Mai, wird in Inzing das neue Gemeindehaus, in dem Räume für das Gemeindeamt und die Gerätehalle der Feuerwehr untergebracht sind, geweiht. Zugleich begeht die Feuerwehr das Jubiläum ihres 75-jährigen Bestandes. Die Kassierin des Inzinger Schwimmbades Sieglinde Falkensteiner und Bademeister Franz Kirchmair erhalten die Goldene Verdienstmedaille des Landes Tirol.
Nach der Murkatastrophe des Vorjahres wurde bereits ein mächtiger Staudamm errichtet. Es wird bereits zügig am neuen, weiter westlich gelegenen Bachbett des Enterbachs gearbeitet. Mit 465 Stimmen bei den Nationalratswahlen legt die SPÖ in Inzing im Vergleich zu 1966 (300) kräftig zu, die ÖVP (1966 703 Stimmen) muss Verluste (1970 672 Stimmen) hinnehmen. Ab dem Jahr 1970 übernimmt die TIWAG die Stromversorgung in Inzing. Hannelore Mariner wird Europameisterin im Rodel-Einsitzer. Herbert und Maria Egger übernehmen das Kaufhaus in der Ziegelstraße.
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1971:
Der Nord- und Südtiroler Landtag halten in Innsbruck eine gemeinsame Sitzung ab. Das Entwicklungsprogramm für das Land Tirol, das die Landesregierung am 1. September 1970 einstimmig beschlossen hat, sieht für den Bezirk Innsbruck Land die Bildung von 11 Kleinregionen vor. Die Gemeinden der ehemaligen Salzstraße, Flaurling, Polling, Hatting, Inzing und Zirl, bilden die Region 11. Ziel dieser Region wäre die Verbesserung der Agrarstruktur, die Beschaffung von Arbeitsplätzen durch Ansiedlung von kleinen Industrie- und Gewerbebetrieben sowie die Sicherung des Lebensraumes durch Verbauung des Enter- und Kanzingbaches. Bei der Bundespräsidentenwahl wählen 508 InzingerInnen den amtierenden Präsidenten Jonas, 749 den Gegenkandidaten Dr. Kurt Waldheim. Im Jahr 1971 hat Inzing 2190 Einwohner und 394 Häuser (im Vergleich dazu waren es 1900 noch 150 Häuser). Hans Wolf, Mesner in Inzing seit 1928, verunglückt beim Obstpflücken. Nach 52 Kapellmeisterjahren übergibt Ehrenbürger Hermann Oberthanner den Taktstock an den neuen Kapellmeister der Inzinger Musikkapelle, Hubert Leitner. Einen Wechsel gibt es ebenfalls bei der Inzinger Feuerwehr neuer Kommandant nach Georg Hurmann wird Peter Draxl. 1971 wird der erste Brechtenmarsch der Sektion Leichtathletik durchgeführt. Der Friseursalon Plattner schließt sein Geschäft in der Hauptstraße wieder, die freigewordenen Räumlichkeiten belegt der Techniker Ing. Werner. Laut Beschluss des TFV am 11. 6. 71 wird der SU, Sektion Fußball, offiziell die Spielbewilligung für den Meisterschaftsbetrieb des TFV erteilt. Am 30. Dezember wird der Enterbach offiziell in sein neues 1,2 km langes Bachbett umgeleitet.
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| Hubert Leitner | ||
1972:
Von LH Wallnöfer wird die ARGE ALP (Arbeitsgemeinschaft Alpenländer) initiiert, um gemeinsame Probleme besser lösen zu können. Die Region Trentino-Südtirol erhält ein neues Autonomiestatut. Am Rennweg wird das neue ORF-Landesstudio eröffnet. Karl Schranz wird in Sapporo von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. Im Juni wird in Oberperfuß das Anich-Hueber-Museum eröffnet. Bezirkshauptmann Dr. Albert Nöbl tritt mit Ablauf des Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. Anlässlich der Eröffnung des Autobahn-Teilstückes Kufstein/Süd Achensee/Zillertal setzt sich eine Oberinntaler Delegation, bestehend aus dem Bezirkshauptmann, NR Jungwirth und den Bürgermeistern von Telfs, Inzing und Kematen beim anwesenden Bautenminister Moser und LH Wallnöfer dafür ein, dem Autobahnbau nicht nur bis Pettnau, sondern bis über Telfs hinaus die Dringlichkeitsstufe 1 zuzuerkennen.
An unserer Pfarrkirche wird eine Außenrestaurierung durchgeführt. 1972 schließt die „Markt Mitzi“ ihr Gemischtwarengeschaft in der Salzstraße. 1972 ist das Gründungsjahr der Inzinger Jungbauernschaft. Erste Ortsleiterin wird Maria-Luise Rumer.
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| Markt Mitzi | ||
1973:
Die Rolling Stones geben ein Konzert in der Innsbrucker Olympiahalle. Das Innsbrucker Kongreßhaus wird eröffnet. In Tirol wird mit 1. Jänner das Abfallbeseitigungsgesetz wirksam. Das Gesetz unterscheidet drei Arten von Abfall: Haushaltsmüll, Sperrmüll und Sonderabfälle. Neuer Bezirkshauptmann für Innsbruck-Land wird Dr. Günter Sterzinger. Die Musikkapelle Inzing feiert ihr 150-jähriges Bestandsjubiläum. 1973 wird die Erwachsenenschule Inzing gegründet. In diesem Jahr nimmt im ehemaligen Inzinger Moos die Firma Pichl ihre Produktion auf und Georg Draxl eröffnet seine Schneiderei an der Hauptstraße. Im Zeitraum von 1. November 1972 bis 31. Oktober 1973 hat Inzing 27.901 private und 21.214 gewerbliche Nächtigungen im Fremdenverkehr. Bei der Jahreshauptversammlung des Fremdenverkehrsverbandes werden Franz Hirschberger zum Obmann, Pepi Schärmer zum Stellvertreter, Marianne Gebhart zur Kassierin und Pepi Wanner zum Schriftführer gewählt. Dem früheren Obmann, Tischlermeister Hans Just, wurde für seine Tätigkeit Dank und Anerkennung für die fleißige und zielstrebige Arbeit im Fremdenverkehrsverband ausgesprochen. Am Abend vor Fronleichnam geht zwischen Mitterberg und Roßkogel ein schweres Gewitter nieder, wodurch im Gebiet der Inzinger Alm Erdreich und Gestein gelöst wird. Der Enterbach wächst zu einem gefährlichen Wildbach an, der drei Brücken wegreißt. Dank der von der Wildbachverbauung errichteten Schutzbauten und des Einsatzes der Feuerwehr Inzing kann jede Gefahr für das Dorf selbst abgewendet werden. Am 17. September tagt im Gemeindamt Inzing unter Vorsitz von BM Schletterer der Beirat des Planungsraumes 11 (Region Salzstraße), dem die Gemeinden Zirl, Inzing, Hatting, Polling und Flaurling angehören. Bei dieser Sitzung wird auch über die Errichtung einer Hauptschule in Inzing gesprochen.
1974:
Im April erliegt Bundespräsident Franz Jonas seiner schweren Krankheit. Bei den nachfolgenden Präsidentenwahlen unterliegt der Innsbrucker Bürgermeister Dr. Alois Lugger knapp Dr. Rudolf Kirchschläger. Seit 1. Jänner 1974 ist Hatting (634 Einwohner) Ortsteil von Inzing. BM Kurt Schletterer zieht mit Ing. Heinz Schärmer, Adolf Vent, Ing. Walter Neuner, Josef Rumer, Hans Kirchmair, Hubert Schatz, Albert Ziegler, Max Staudacher, Josef Gassler und Josef Greber in den neuen gemeinsamen Gemeinderat ein (für den während der Gemeinderatsperiode ausgeschiedenen Alois Trenkwalder wird Alois Kneisl Gemeinderat). Es wird auch Bilanz für die vergangenen 6 Jahre Arbeit gezogen: Neu errichtet wurde ein Gemeindehaus mit Feuerwehrgerätehaus, Gemeindekanzlei, Bürgermeisterzimmer und Sitzungssaal. Für den Kindergarten konnte ein weiterer Raum gewonnen werden, so dass nun auch die vierjährigen Kinder aufgenommen werden können. Größtes Projekt der Gemeinde war die Errichtung der Ortskanalisation mit zwölf Kilometern Rohrlänge und damit verbunden der Bau einer vollbiologischen Kläranlage. Auf dem Gebiet der Wasserversorgung war die Verlegung von vier Kilometer Leitung und die Auswechslung alter Leitungen in einer Länge von drei Kilometern erforderlich. Das durch die Katastrophe vom 26. Juli 1969 zerstörte Erholungszentrum wurde wieder soweit instand gesetzt, dass es im Sommer vorigen Jahres verwendet werden konnte. Die Gesamtlänge der neu angelegten Gemeindewege beläuft sich auf vier Kilometer, verbreitert wurden 2,5 Kilometer und asphaltiert 2,4 Kilometer Gemeindewege. Neu angelegt wurde der Weg von Inzing nach Eben. Für einen neuen Friedhof wurde der notwendige Grund erworben. Die alte Totenkapelle wird abgebrochen. Das Postamt wird in die Bahnstraße verlegt. Mit dem Bau der Autobahn wird auch der Inn verlegt. Gebaut wird auch eine Unterstufe für das Inzinger E-Werk.
1975:
Die Tiroler ÖVP unter LH Wallnöfer holt sich bei den Landtagswahlen die Zweidrittelmehrheit, die 1970 verlorengegangen war, wieder zurück. Der Inzinger Gemeindesekretär Alfons Mayr tritt in den Ruhestand, sein Nachfolger wird Hermann Lener. Pfarrer Eugen Knabl feiert zu Peter und Paul das Silberne Priesterjubiläum. Im Juli findet auf den Brechten für 250 Jugendliche eine von Pfarrer Knabl gestaltete Gipfelmesse statt. Eröffnung des Jugendtreffs im Widumkeller.
1975 endet die Betreuung des Kindergartens durch geistliche Schwestern (Sr. Maria Sarto). Eine neue Eisschießanlage wird auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Kratzer gebaut. 1975 schließt die Fabrik für Gummiwaren (Latexa) am Jörg-Kölderer-Weg ihre Pforten. 1975 erhält die Feuerwehr einen Tankwagen und eine Fahnenweihe wird durchgeführt. Der Bau der Sprengelhauptschule, deren Kostenaufwand mit 25 Millionen Schilling veranschlagt ist, ist so weit fortgeschritten, dass 1975 fünf Hauptschulklassen untergebracht werden können. Infolge der Raumnot muss aber ein Wechselunterricht in Kauf genommen werden. Zu Beginn des nächsten Schuljahres soll dann die Hauptschule mit insgesamt zwölf Klassen eröffnet werden. Außerdem soll die Sprengelhauptschule drei Volksschulklassen und einen Turnsaal aufnehmen und Raum für ein Lehrschwimmbecken, das aber erst später eingerichtet werden kann, bieten.
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| Gemeinderat am neuen Fußballplatz, 1979: vorne li: Adolf Vent, Kurt Schletterer, Mitte: Lambert Draxl, Albert Ziegler, Hans Hirschberger, Josef Greber, Hubert Schatz, Hermann Walch, Hermann Lener hinten li: Fritz Oberhuber, Albert Kostner |
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1976:
In Innsbruck finden zum zweitenmal die Olympischen Winterspiele statt. Zum Nationalhelden wird Franz Klammer, der für Österreich Gold in der Abfahrt bei einem packenden Zweikampf gegen den Schweizer Bernhard Russi holt. Mit Verordnungen werden viele Gemeinden des Bezirkes, darunter auch Inzing zum Tollwut-Sperrgebiet erklärt. Am Freitag, den 2. April, wird der 70 m hohe Schlot der ehemaligen Ziegelei Klotz wegen Einsturzgefahr gesprengt. In Hatting wird die alte, eiserne Innbrücke abgetragen, da das Land Tirol in nächster Nähe eine Betonbrü-cke mit Gehsteigen errichtet hat. Am 21. Juli besichtigt Staatssekretär Dipl.Ing. Günther Haiden in Begleitung von Hofrat Dipl.-Ing. E. Hanausek die von der Wildbach- und Lawinenverbauung geleistete Arbeit im Gebiet Inzinger Alm. Die Enterbachverbauung ist eines der größten Projekte dieser Art in Österreich und erfordert Baukosten von 54 Millionen Schilling. Am Jahrtag der Murkatastrophe (26. Juli 1969), bei der auch die alte Johanneskapelle schwer beschädigt wurde, wird von Pfarrer Eugen Knabl die neue Johanneskapelle, die nach dem Plan von Dipl.-Ing. Fessler oberhalb des Schwimmbades errichtet wurde, eingeweiht. Der Innenraum wurde mit einem Bronzerelief des Telfer Künstlers Martin Gundolf ausgestattet. Zu Beginn des Schuljahres wird die neue Sprengelhauptschule bezogen. In diesem Jahr wird die Frauengemeinschaft Inzing gegründet. Am 15. November wird der Autobahnabschnitt Zirl Dirschenbach eröffnet, in der Mitte des Abschnittes befindet sich die Vollanschlussstelle Zirl-West, die auch die Autobahnverbindung für unsere Gemeinde herstellt. Erstmals findet der Schicup Salzstraße statt. In der Industriezone bietet ab 1976 die Firma Klein Einheimischen Arbeitsplätze. Das von der Familie Jünger geführte Lebensmittelgeschäft A & O in der Bahnstraße wird eröffnet. Ing. Hans Oberthanner übernimmt von OSR Dir. Franz Pisch die Dorfchronik.
1977:
Zu Gast im alten Krippendorf Inzing sind zum Ausklang der Weihnachtsferien auf einige Tage über hundert Krippenfreunde aus den regen Krippenvereinen Bamberg, Amberg und Wiesbaden. 1977 ist das Todesjahr des Inzinger Erfinders des Bündelleiters, DDr. Gustav Markt. Am Sonntag, 11. Juni wird die neue Sprengelhauptschule für Inzing-Hatting und Polling in Anwesenheit von LH-Stellvertr. Dr. Fritz Prior und dem Gemeindereferenten für Tirol LR Dr. Alois Partl, feierlich eröffnet. Geplant wurde die Schule von der Arbeitsgemeinschaft Arch.Dipl.-Ing. Ulrich Fessler und Arch.Prof. Hermann Hanak, die Bauleitung wurde von Ing. Alfred Brötz übernommen. Ausschlaggebend für den Bau waren stark ansteigende Bevölkerungszahlen der betroffenen Gemeinden, aber auch das Fahrschülerproblem (über 50 % der Kinder an der Zirler Hauptschule kamen von auswärts). Ein bereits vorhandenes Baugrundstück konnte durch Zukauf auf 3700 m² erweitert werden, der Bau selbst bedeckt 1495 m². Die Kosten von 30 Mio. Schilling werden zu 84,4 % von der Gemeinde Inzing-Hatting und zu 15,6 % von der Gemeinde Polling getragen. Erleichtert wurde das Bauvorhaben auch durch das Entgegenkommen der Gemeinde Zirl, die sich bereit erklärte, von dem seinerzeit geleisteten Baukostenzuschuss von 5,6 Millionen Schilling den Betrag von 3 Millionen zurückzuzahlen, obwohl sie dazu nicht verpflichtet gewesen wäre. 1977 wird die Sektion Tennis gegründet. Erster Sektionsleiter wird Franz Kirchmair. Die Firma Rolba Ratrac in der Industriezone wird eröffnet.
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| DDr. Gustav Markt, Erfinder des Bündelleiters |
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1978:
Der Südtiroler Reinhold Messner und der Nordtiroler Peter Habeler bezwingen gemeinsam als Erste den Mount Everest ohne Sauerstoffgeräte. In Tirol wird der fast 14 km lange Arlbergtunnel eröffnet. Die Tiroler Kurt Jara und Roland Hattenberger sind Spieler der legendären österreichischen Nationalmannschaft, die bei der WM in Cordoba 3:2 gegen Deutschland gewinnt. Mit dem Fahrplanwechsel der ÖBB wird am Sonntag, den 28. Mai, der Taktverkehr zwischen Telfs-Pfaffenhofen und Innsbruck aufgenommen.Die Inzinger Jugend errichtet (Landjugend mit dem offenen Jugendtreff im Widumkeller) ein Kreuz am Archbrandköpfl, das mit einer Bergmesse am 10. 9. eingeweiht wird. Seit 1953 ist Pfarrer Eugen Knabl Seelsorger in unserer Gemeinde. Dieses Jubiläum ist der Anlass, dem verdienten Pfarrer die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Am Sonntag, den 17. September nach einem Festgottesdienst, wird an Pfarrer Knabl die Ehrenbürgerurkunde im Saal des Gasthauses Krone von BM Kurt Schletterer überreicht. Der Fotoclub Inzing wird gegründet. 1978 wird mit dem Bau von zwei Tennisplätzen begonnen. Am 5. November findet die Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des ersten österreichischen Kernkraftwerkes in Zwentendorf statt. Die Beteiligung in Inzing (1868 Stimmberechtigte) mit 277 gültigen Ja-Stimmen und 453 gültigen Nein-Stimmen ist eher niedrig.
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| Inzinger Stubengesang unter der Leitung von Annemarie Beiler | |||
1979:
Carl Gustav und Silvia, das schwedische Königspaar, besucht Tirol. Von 31. Jänner bis 4. Februar werden in Inzing die ersten Rodelweltmeisterschaften auf Naturbahnen unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger ausgetragen. Bei der Eröffnung singen rund 200 Schülerinnen und Schüler das von Annemarie Beiler getextete und von Meinrad Beiler vertonte „Inzinger Lied“. Am 27. April stirbt im 90. Lebensjahr Consilarius Thomas Walch, Ehrenbürger der Gemeinden Inzing und Telfes im Stubai. Thomas Walch wurde 1889 in Inzing geboren, studierte im Priesterseminar in Brixen, wo er auch 1913 die Priesterweihe empfing. Als Kooperator wirkte er in Hippach, Wängle und Längenfeld, als Benefiziat und Pfarrer in Holzgau, als Pfarrer von 1937 bis 1942 in Fiss, von 1942 1945 in Neustift und als Dekan von 1945 bis 1955 in Matrei am Brenner. 1955 übernahm er die Seelsorge in Telfes. Hier hat er sich besonders durch die hervorragend gelungene Restaurierung der Pfarrkirche verdient gemacht und durch seine soziale Haltung Achtung und Wertschätzung aller Pfarrkinder erworben. Am 4. Juni jährt sich zum 50. Mal der Todestag des Inzinger Bildhauers Edmund Klotz. Knapp vor den Sommerferien findet im Bezirk eine Befragung von Eltern (zur Einführung 2/3 Mehrheit gefordert) und Lehrern (einfache Mehrheit gefordert) zur Einführung der Fünftagewoche an Volks- und Sonderschulen statt. In Inzing stimmen 69 Eltern für, 103 gegen, 10 Lehrer für und ein Lehrer gegen die Einführung. Ein Hauptanliegen der Region 11, Salzstraße, ist die Schaffung von Arbeitsplätzen innerhalb der Region für die in den kommenden Jahren in das Berufsleben eintretenden Jugendlichen. Es sollen daher die Bemühungen der Gemeinden Inzing und Zirl für die Ansiedlung mittlerer Gewerbebetriebe in die bereits vorhandenen Industrie- und Gewerbezonen fortgesetzt werden. Der Inzinger Stubengesang wird gegründet. 1979 gedenkt man in Inzing des Fürstbischofs Vinzenz Gasser anlässlich dessen 100. Todestages. Am 2. Oktober wird die Zweigstelle der Sparkasse Innsbruck-Hall offiziell eröffnet. Walter Gstrein übernimmt von Peter Draxl die Leitung der Inzinger Feuerwehr. Der neue Inzinger Fußballplatz wird eröffnet. Der Inzinger Drachenflieger-Club wird gegründet. Die Firma Dummer eröffnet ihren Betrieb in der Inzinger Industriezone.
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| 1979 Rodel WM Inzing: v.li: BH Dr. Günter Sterzinger, Toni Kranebitter, LH Eduard Wallnöfer, BP Dr. Rudolf Kirchschläger, LH-Stellv. Ernst Fili |
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Quellen: Inzinger Zahlenspiegel
Bezirksblatt Innsbruck-Land
Fotos: Dorfchronik
Zu Zeitraffer-Teil 3 Siebziger-Jahre muss eine Korrektur vorgenommen werden. Ein Fehler ist bei der Auflistung der Gemeinderäte 1974 passiert richtig sind folgende Namen der gewählten 14 Mandatare: Kurt Schletterer, Ing. Walter Neuner, Hubert Schatz, Dr. Hans Hirschberger, Hermann Walch, Gottfried Oberhuber, Lambert Draxl, Adolf Vent, Albert Kostner, Friedrich Schöpf, Albert Ziegler, Josef Greber, Ewald Sailer, Paul Puschnig.
Die Achtziger-Jahre in Inzing: ein überaus spannendes Jahrzehnt für unser Dorf: Zwei überparteiliche Bürgerinitiativen bilden sich, neue politische Gruppierungen mischen im Gemeinderat mit, Inzing bekommt mit der Dorfzeitung ein eigenes Medium. Bei so manchen demokratiepolitischen, umweltpolitischen Entwicklungen in Tirol haben wir im Vergleich mit anderen Gemeinden die Nase vorn. Beeindruckend ist der Zusammenhalt, wenn das Dorf Bedrohungen ausgesetzt ist, es gibt aber auch Auseinandersetzungen, Spannungen, Ausgrenzungen in unserer Gemeinde. Die Achtziger-Jahre, ein Jahrzehnt mit neuen Problemen, aber auch ein Jahrzehnt der Visionen für unser Dorf.
Georg Oberthanner
1980:
Die Stadt Innsbruck feiert ihren 800. Geburtstag. Der Zillertaler Leonhard Stock wird Abfahrts-Olympiasieger in Lake Placid. Erstmalig wird in Österreich die Sommerzeit eingeführt. Hubert Schatz wird neuer Obmann beim Seniorenbund Inzing. Die Prägeanstalt Pichl wird Sieger bei einem von der Tiroler Industriellenvereinigung ausgeschriebenen Wettbewerb für das am schönsten begrünte Betriebsgelände. Anton Schatz (Sageler Toni) feiert seinen 90. Geburtstag und ist damit der älteste Inzinger. In Inzing wird 200 Jahre Pfarrkirche gefeiert, anlässlich dieses Jubiläumsjahres wird auch das Dach des Kirchturms mit Holzschindeln erneuert. Albert Ziegler (Gemeinderat) erhält den Ehrenring der Gemeinde Inzing. Bei den Gemeinderatswahlen am 23. März treten in unserem Dorf 8 Listen an, erstmals auch die Unabhängige Inzinger Bürgerliste. Eine Mure richtet Schäden an, die Verbauung des Enterbaches kann jedoch Schlimmeres verhindern. Der Fremdenverkehrsverband initiiert einen Rundwanderweg. Helmut Falkensteiner aus Inzing, Mitglied des Köche-Teams Tirol, Sektion Innsbruck, erzielt auf der IKA-HOGA in Frankfurt an der 23 Nationen teilnehmen, 3 Gold- und 3 Silbermedaillen. Die Inzinger Eisstockmannschaft TSU Inzing mit Karl und Hans Lanzmaier, Raimund Riedmüller sowie Walter und Klaus Pendl wird Tiroler Meister.
1981:
Reinhold Stecher wird neuer Bischof der Diözese Innsbruck. Um die 23 m hohe Friedrichslinde, die unter Denkmalschutz steht, zu retten, wird sie mittels Hubsteiger um 8 m „eingekürzt“. In Inzing findet zum 5. Mal der „Jörg-Kölderer-Volkswandertag“ statt. Bei einem Leistungswettbewerb für Metzgerlehrlinge wird Hermann Maizner jun. Landessieger. Ebenfalls Landessieger beim Lehrlingswettbewerb, für Automechaniker, wird Klaus Gstir sowie Evelin Weiß für den Lehrberuf Großhandelskaufmann. Eine moderne Grabanlage des Inzinger akad. Bildhauers Franz Rumer am Inzinger Friedhof führt zu heftigen Auseinandersetzungen. Die Inzinger Jugend organisiert eine Veranstaltungsreihe im Ort mit dem Titel „Tage der Jugend“. Die Feuerwehr veranstaltet im Pangert von Franz Gstrein ein Gartenfest, das großen Anklang bei älteren und jungen Gästen findet. Neuer Obmann des Fremdenverkehrsverbandes wird Ewald Puelacher. Manfred Binder eröffnet seinen Steinmetz-Betrieb in der Industriezone. 1981 findet in Inzing das Bezirksschützenfest statt. Die Friedhofserweiterung wird in diesem Jahr abgeschlossen und 150 neue Grabstellen aufweisen. Der ASVI feiert 60 Jahre Sport in Inzing, Hermann Walcher sen. wird der Titel des Ehrenobmannes verliehen. Albert Ziegler wird für mehr als 30-jährige Tätigkeit im Gemeinderat von der Tiroler Landesregierung eine Ehrenurkunde verliehen. Von Inzinger Jugendlichen wird das Innufer auf unserer Dorfseite im Bereich von drei Innbuchten gesäubert.
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| Albert Kostner erster Direktor der HS, 1974-1999 Vizebürgermeister und Gemeinderat |
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1982:
Der Ostttiroler Pius Walder wird als vermeintlicher Wilderer von Jägern erschossen.
Für viel Aufregung sorgt das in Telfs bei den Volksschauspielen aufgeführte Stück „Stigma“ von Felix Mitterer. In Inzing wird der neuerbaute Musikpavillon feierlich eröffnet. Am Inzinger-Berg wird die Trinkwasserversorgung verbessert. Mit einem Kostenaufwand von S 600.000, werden 15 Häuser der Weiler Tenglhof, Gigglberg sowie Ober- und Unterschindeltal angeschlossen. Von freiwilligen Helfern renoviert wird die Inzinger Gigglbergkapelle (ca. 1785 erbaut). Das Becken des Inzinger Schwimmbades wird durch den Einbau einer nichtrostenden Metallwanne saniert. Ebenso erneuert werden die Rohranlagen und die Wasseraufbereitungsanlage. Die Kosten belasten den Inzinger Haushalt mit 1,6 Mio. Schilling. Bei einem Brand im Wirtschaftsgebäude des Inzinger Landwirtes Otto Ziegler verbrennen 80.000 kg Heu oder werden unbrauchbar, die landwirtschaftlichen Maschinen können aus dem Stadel gerettet werden. Im Schärmerhof findet ein Talentewettbewerb für Sänger und Musiker statt, nach zwei Tagen mit anstrengendem Programm wird die Inzingerin Christine Klingenschmied als Siegerin ermittelt. Franz Gstrein wird für weitere vier Jahre zum Einsatzstellenleiter der Inzinger Bergwacht gewählt. Ein Wahrzeichen von Inzing, der „Blitznturm“ wird zum Teil abgerissen. In Inzing wird eine Nachtrodelbahn, die vom Wiesenhof zum Schärmerhof führt, errichtet. Franz Hirschberger legt nach 30 Jahren die Obmannschaft beim Inzinger Krippenverein zurück, neuer Obmann wird Hermann Walch.
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| Walter Gstrein Feuerwehrkommandant, 1979-1993 |
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1983:
Alois Lugger, langjähriger Bürgermeister von Innsbruck, legt sein Amt zurück. Das Inzinger Budget weist eine Gesamtsumme von 20,7 Mio. Schilling auf, die Gebühren für Wasser, Kanal und Müllentsorgung werden angehoben. Das Inzinger Europapokalrennen im Rodeln muss aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse nach Oberperfuss verlegt werden. Unter der Leitung von Josef Schärmer (Kastler) ist im Fasching das „Inzinger Maschgerergsangl“ wieder voll aktiv. Der Tiroler Forstverein verleiht der Gemeinde Inzing für vorbildliche Rekultivierung einer Inzinger Schottergrube, aus der 1,3 Millionen Kubikmeter Schotter für den Autobahnbau entnommen wurden, den „Grünen Zweig 1983“ eine Auszeichnung im Sinne des Umweltschutzes. Durch Initiative von Maria Plattner entsteht aus einem Arbeitskreis des Pfarrgemeinderates im November der Verein Vinzenzgemeinschaft St. Peter. Anlässlich seines 60. Geburtstages wird Ing. Heinz Schärmer für seine Tätigkeit im Wirtschaftsbund von LA Dipl. Ing. Franz Kranebitter ausgezeichnet. Die Firma Doka-Schalungstechnik eröffnet ihre Niederlassung in der Inzinger Industriezone. In diesem Jahr werden der Elternverein sowie der Rentner- und Pensionistenbund Inzing gegründet.
1984:
Anlässlich des Tirol-Gedenkjahres 1809 findet in Innsbruck ein großer Landesfestzug statt. Auch in Inzing finden mehrere Veranstaltungen anlässlich des Gedenkjahres statt, eine davon ist die Ausstellung „Zeugen der Vergangenheit“ im Saal des Gasthauses Lamm. Weiters findet anlässlich des 75. Todestages des Künstlers Prof. Josef Schretter, der als bedeutender Porträtmaler Tirols gilt, eine Ausstellung über sein Schaffen statt. In unserem Dorf werden zwei Kinderspielplätze errichtet. Barbara Krug wird beim Lehrlingswettbewerb für den Einzelhandel Landessiegerin, Günter Vollmann Bundessieger bei den Malern. Aufgelassen wird die „Schnitzermühle“, die seit dem Jahr 1700 ihren Dienst tat. Die Inzinger Jungbauern errichten auf dem neuen Schutzdamm ein Kreuz zur Erinnerung an die Murkatastrophe von 1969. Die Bergwacht Inzing feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Heinz Walcher (Obmann des ASV Inzing) und Johann Wanner (Obmann der Sport-Union Inzing) erhalten das Ehrenzeichen der Gemeinde Inzing. Von mehreren Sektionen veranstaltet, findet in Inzing ein Zehnkampf in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren, Leichtathletik-Dreikampf, Kraftbewerb, Zimmergewehrschießen, Geländelauf, Riesentorlauf, Langlauf, Rodeln und Eisstockschiessen statt.
1985:
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| Inzinger Svhüler helfen bei der Gaisausanierung | ||
In Innsbruck wird der erste Notarztwagen eingesetzt. Inzing feiert den 300. Jahrestag der Auffindung des Gnadenbildes. Es findet auch eine Lichterprozession mit ca. 3000 Teilnehmern statt. Der Krippenverein Inzing feiert seinen 75-jährigen Bestand. In unserem Dorf bildet sich eine Bürgerinitiative zur Rettung des Naherholungsgebietes Gaisau unter starker Beteiligung von umweltbewussten Inzinger Jugendlichen. Schlüsselfiguren für die Sanierung der Gaisau sind Ing. Hans Oberthanner und Ing. Hans Wanner. Das neu errichtete Schützenheim in der Inzinger Hauptschule, das mit 8 Schießständen ausgestattet ist, wird feierlich eröffnet. Stefan Mayer wird 1985 sowohl Landes- als auch Bundessieger bei Lehrlingswettbewerben für das Malergewerbe. Wolfgang Wurzer siedelt seinen Dachdeckerbetrieb in der Industriezone an. Die Tischtennismannschaft Inzing I mit Erich Gutmorgeth, Heinz Oberthanner, Alois Kirchmair und Werner Miller-Aichholz gewinnt den spannenden Titelkampf in der Landesliga D II und schafft den Aufstieg in die Landesliga C. Über 3000 Besucher erleben die erste Inzinger Wirtschaftsschau, an der sich 37 Betriebe aus Inzing und Hatting beteiligen. Eine Zusammenfassung der Beschäftigten und Lehrlinge der Arbeitsstätten in der anlässlich dieser Schau erscheinenden Publikation „Die wirtschaftliche Entwicklung einer Tiroler Gemeinde“ nennt insgesamt 599 Personen, die in Inzinger Betrieben Arbeit finden. Bei der Preisverleihung des tirolweiten Wettbewerbes „Lebendige Familie“, an der 422 Einsender teilgenommen haben, überreicht LH-Stellvertreter Dr. Fritz Prior der Familie Elisabeth und Hubert Jäger aus Inzing, einen der 5 Hauptpreise. Unser Dorf erhält eine eigene Apotheke. Es finden die Abschlussfeierlichkeiten zur Enterbachverbauung statt, an der auch LH Wallnöfer teilnimmt. Die Verbauung des gesamten Enterbaches dauerte 15 Jahre und verursachte Kosten von 115 Millionen Schilling.
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| Ing. Wanner Hans und Ing. Hans Oberthanner bei der Geisausanierung |
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1986:
Tschernobyl der Supergau im ukrainischen Kernkraftwerk hinterlässt durch die ungünstige Wetterlage auch in Tirol für lange Jahre atomare Verstrahlung.
In Innsbruck wird beim FPÖ-Bundesparteitag Jörg Haider zum Nachfolger von Norbert Steger gewählt. Der Pfarrgemeinderat gründet den Arbeitskreis Jugend. Bei den Gemeinderatswahlen wird mit Christine Scheiber von der neuen Liste JUF erstmals eine Frau in den Inzinger Gemeinderat gewählt. Inzing bekommt 1986 eine Dorfzeitung Inzing-Hatting. Josef Greber, Josef Rumer und Hubert Schatz (Gemeinderäte) erhalten den Ehrenring der Gemeinde Inzing. Beim Schärmerhof findet ein Bauernkirchtag statt, der bei den Besuchern großen Anklang findet.
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| Christine Scheiber, GR seit 1986 | ||
1987:
Alois Partl wird neuer Landeshauptmann von Tirol. Der Inzinger Kindergarten feiert seinen 100. Geburtstag. Das alte Vinzenz-Gasser-Heim an der Salzstraße wird abgerissen. Zwei buddhistische Mönche machen bei ihrem Friedensmarsch gegen Atomwaffen und für ein atomfreies Europa, der sie von Stockholm nach Athen führt und von Feber bis August dauert, Station in Inzing. Inzinger SchülerInnen gestalteten für die Ranggerkapelle Kreuzwegstationen aus gebranntem Ton. Die Sanierung der Gaisau wird auch mit Unterstützung der Gemeinde Inzing erfolgreich abgeschlossen. Unser Dorf bekommt einen neuen Pfarrer: Karl Lang wechselt von Pfaffenhofen nach Inzing. Consilarius Eugen Knabl tritt nach 52 Jahren priesterlichen Wirkens, davon 34 in Inzing, in den wohlverdienten Ruhestand. Als letzter Inzinger Greißler schließt Paul Wanner nach über 40 Jahren sein Lebensmittelgeschäft. Das neuerbaute Vinzenz-Gasser-Heim wird in Anwesenheit von LH Partl und BH Günter Sterzinger mit einem Festakt den Inzinger Senioren übergeben. Stefan Mayer nimmt an der Berufsolympiade der Maler in Sydney / Australien teil. Die ÖBB teilt mit, dass mit 1.7. die Haltestelle Inzing nicht mehr besetzt ist. Der Schneeglöckchenbaum im Inzinger Weiler Hof wird zum Naturdenkmal erklärt. Begeisterte Radfahrer gründen eine neue Sektion beim ASVI. Der Verein Jugendhilfe wird neu aktiviert. Zielsetzung ist vor allem, das Jugendheim zu renovieren und neu zu beleben. Engagierte Inzinger Jugendliche wollen das Jugendheim revitalisieren. In der Hube findet ein Wettmähen mit der „Seges“ statt, an dem sich insgesamt 58 StarterInnen beteiligen. Die Inzinger „Erste“ wird Fußballmeister der 1. Klasse West und steigt in die Gebietsliga West auf.
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| Empfang von Pfarrer Karl Lang, Seelsorger von Inzing in der Zeit 1987-1999 |
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1988:
Im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach wird der „Falkner-Schnaitterhof“ aus Hatting eingeweiht.
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| Die Barmherzigen Schwestern verlassen Inzing | ||
Papst Johannes Paul II. besucht Tirol. Generalsaniert werden das Widum und das alte Inzinger E-Werk. 1988 verlassen mit Oberin Sr. Aurelia Petschauer, Sr. Anna Barbara Palfinger und Sr. Materna Huber die letzten Angehörigen des Ordens der Barmherzigen Schwestern aus Zams für immer unser Dorf. Von 1868 1988 wirkten 115 Schwestern aus Zams als Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Pflegerinnen und Köchinnen in unserem Dorf. Raimund Gruber aus Sistrans übernimmt die musikalische Leitung der Inzinger Musikkapelle, neuer Obmann wird Lambert Draxl. Dem Oberperfer Karl-Heinz Triendl und den anderen Tempelbauern am Hundstalsee wird von den Bundesforsten als Grundeigentümern die Zustimmung für den Bau verweigert. Walter Walcher wird Vizestaatsmeister der Ringer. Alexandra Schmid wird zum drittenmal Tiroler Jugendmeisterin im Tischtennis. Dramatisch verlaufen immer wieder die Fußballspiele zwischen den Inzingern und Hattingern man schenkt sich nichts. Die Raiffeisenkassa Inzing feiert als älteste Raiffeisenkassa Tirols das 100-jährige Jubiläum. Die Galerie RZ (Raiffeisenzentrum) 88 am Dorfplatz wird eröffnet. Die Firmen Freudenthaler (Umwelttechnik), Jakubitzka (Spenglerei, Türen, Fenster) und Rotoplast (Kunststofftechnik) siedeln ihre Betriebe im ehemaligen Inzinger Moos an. Die Firma Freudenthaler plant die Errichtung einer Sondermüllverbrennungsanlage. Die Bürgerinitiative für einen gesunden Lebensraum Inzing-Hatting (BIGLIH) wird gegründet, leitende Funktionen übernehmen Wolfgang Wurzer und Karin Logar. Inzing erhält einen Umweltausschuss. Der Verein Dorfmuseum wird gegründet. Inzing bekommt 1988 einen Jugendchor. Gabi Kirchmair gewinnt im Oktober bei den 8. Olympischen Spielen für Körperbehinderte in Seoul / Südkorea Silber und Bronze. Von Hatting ausgehende Trennungsabsichten von der Gemeinde Inzing sorgen für Aufregung. Adolf Gassler wird Hauptmann der Inzinger Schützenkompanie.
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| Adolf Gassler, Schützenhauptmann seit 1988 |
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1989:
Am 15. März stirbt Alt-Landeshauptmann Eduard Wallnöfer nach langer, schwerer Krankheit. Eine 15-köpfige Inzinger Abordnung mit BM Schletterer, BIGLIH-Vertretern, sowie Mitgliedern von Inzinger Vereinen reist mit 6000 Unterschriften im Gepäck nach Wien zu Umweltministerin Marilies Flemming, um die Bedenken gegen die geplante Sondermüllverbrennungsanlage vorzubringen. Die Trennungsdiskussionen zwischen Inzing und Hatting gehen weiter. Bei einer Abstimmung fallen die Würfel: 58,5 % der Hattinger und 89,2 % der Inzinger stimmen für eine Trennung der zwei Gemeinden. Der Verein für Obstbau, Landschafts- und Gartenpflege wird gegründet. Im Feber wird die erweiterte Bücherei im Widum feierlich eröffnet. Der Ehrenring der Gemeinde Inzing wird an Karl Oberthanner (Obmann der Musikkapelle) verliehen, das Ehrenzeichen der Gemeinde an Ing. Hans Oberthanner (Ortschronist). Nach langer Pause wird in Inzing wieder Theater gespielt. Der neugegründete Theaterverein Inzing bringt als erstes Stück Eugene Ionescos „Die kahle Sängerin“ auf die Bühne, Obfrau des Vereines ist Margit Drexel. Ein Seriendieb bricht in die Raika Inzing ein, kann aber von der Gendarmerie bereits am Tatort verhaftet werden. Die Sparkasse Inzing wird überfallen: mit 500.000, Schilling flüchtet der Täter Richtung Bahnhof und kann trotz eines Großaufgebotes der Gendarmerie nicht gefasst werden. Die Abgase der Verzinkerei Zimmermann lösen bei der Dorfbevölkerung Besorgnis und Unmut aus. In Inzing wird ein Billardverein gegründet.
Quellen: Inzinger Zahlenspiegel
Blickpunkt Innsbruck-Land
Dorfzeitung Inzing
Echo spezial
Fotos: Dorfchronik
Nachtrag zu den 80-er Jahren: Aus der Sicht der Gemeindeehe mit Hatting (die offizielle Trennung der Gemeinden erfolgte per 1.1. 1992) war es zwar nicht falsch, den Falkner-Schnaitter-Hof, der in Hatting stand und im Kramsacher Höfemuseum wiedererrichtet wurde, der Gemeinde Inzing zuzuordnen.
Trotzdem soll hier vor allem für Neuzugezogene nochmals darauf hingewiesen werden, dass der Hof selbstverständlich aus Hatting stammt und damals auch mit der Unterstützung vieler Inzinger für die Nachwelt gerettet wurde.
Dieser Teil beschließt die 5-teilige Serie. Beginnend mit den 50er Jahren, in denen die schriftlichen Quellen noch eher spärlich waren, habe ich Jahrzehnte schriftlicher Quellen durchforstet aufgrund der ständig wachsenden Informationsflut ein oftmals mühevolles Suchen. Bei den verwendeten Quellen war mir der Inzinger Zahlenspiegel (ein Werk mit dorfgeschichtlichen Daten über unser Dorf), den mein Vater noch kurz vor seinem Tod fertigstellen konnte, sehr oft eine wertvolle Hilfe. Wesentliche Informationen konnte ich den Bezirksmedien entnehmen, nicht zuletzt war auch die Dorfzeitung immer wieder Fundgrube, die Informationen geliefert hat.
Ich hoffe, dass die wichtigsten Ereignisse, die unser Dorfleben in den letzten 50 Jahren bestimmt haben, in dieser Serie Aufnahme gefunden haben. Selbstverständlich ist es nicht möglich, auf 20 Seiten alles zu berücksichtigen. Für mich ist auch klar, dass bei dieser Masse von gedrängter Information Fehler passieren können. Wo dies der Fall war und ich durch aufmerksame LeserInnen darauf hingewiesen wurde, habe ich in der folgenden Ausgabe die Fehler korrigiert.
In den 90er Jahren befindet sich unser Dorf weiterhin in raschem Wandel. Die Gemeindeführung versucht, zu schnelles Wachstum des Ortes zu bremsen. Immer schwieriger wird es, die nötige Infrastruktur für unseren gehobenen Lebensstandard zu finanzieren. 1998 verliert die Inzinger ÖVP mit ihren Teilorganisationen erstmals bei Gemeinderatswahlen die absolute Mehrheit. Zulegen können die „Unabhängige Inzinger Bürgerliste“ und „juf“. Die geänderten Machtverhältnisse haben dramatischen Einfluss auf das politische Klima und damit auch auf die Arbeit des Gemeinderates in Inzing.
Georg Oberthanner
1990:
Dominique Mentha wird neuer Intendant am Tiroler Landestheater. Die Firma Freudenthaler zieht ihren Antrag auf Errichtung einer Sondermüllverbrennungsanlage in der Inzinger Industriezone zurück. Der Inzinger Krippenverein feiert mit der Abhaltung des 39. Landeskrippentages in Inzing sein 80-jähriges Bestandsjubiläum. An die 3000 Besucher sehen die gelungene Ausstellung des Krippenvereines. Der Männergesangsverein „Friedrichslinde“ unter Obmann Bernhard Sailer veranstaltet ein „Country-Fest“ am Parkplatz vom „Schärmerhof“. Gabi Kirchmair, Behinderten-Sportlerin aus Inzing, wird 3-fache Vizeweltmeisterin im Tischtennis. Ortschronist Ing. Hans Oberthanner erhält die Verdienstmedaille des Landes Tirol. Die Sektion Schi des ASV Inzing feiert ihren 25-jährigen Bestand. Beim Müllplatz wird eine Altstoffsammelstelle eröffnet. Auf dem Inzinger Alpl findet das 10. Seniorentreffen statt. Der Brunnen am Inzinger Dorfplatz wird renoviert. Das neue Vereinslokal der Fußballer und ein Trainingsplatz gehen in Betrieb. Anlässlich der Weihe des von Prof. Helmut Millonig gestalteten Dorfbrunnens in Toblaten findet auch ein Fest statt. Als älteste Inzinger Einwohnerin feiert Benni Beiler am 2. August ihren 100. Geburtstag. Der Inzinger Unternehmer Josef Draxl wird vom österreichischen Wirtschaftsmagazin „Gewinn“ für die Erfolge mit seiner Firma „Menü-Mobil“ als Jungunternehmer des Jahres ausgezeichnet. Zu den „Top 20“ der Zeitschrift „Gewinn“ zählen ebenfalls die Brüder Greil, die aus der Inzinger Tischlerei einen Erfolgsbetrieb machten. Die Inzinger Ringer steigen in die Nationalliga auf.
1991:
Beim Absturz einer Lauda-Air-Maschine kommen 28 Tiroler ums Leben. Dr. Hans Hirschberger wird mit dem Ehrenring der Gemeinde Inzing ausgezeichnet. Die Inzinger Gemeindeführung will sich aktiv gegen den Grundausverkauf einsetzen. Von Bischof Reinhold Stecher wird in Neustift im Stubaital Martin Müller aus Inzing zum Priester geweiht. Josef Oliparambil aus Kerala in Indien, der in der Finanzierung seines Studium von unserer Pfarrgemeinde unterstützt wurde, wird in Inzing von Bischof Stecher zum Priester geweiht. Volker Coreth wird neuer Leiter des Kirchenchores. Peter Scharmer übernimmt von Raimund Gruber den Taktstock der Inzinger Musikkapelle. Hubert Leitner übernimmt die Leitung der Volksschule. Der Inzinger Faschingsumzug wird aufgrund des Golfkrieges abgesagt. Die Landestagung des Tiroler Schützenbundes, an dem auch Südtiroler Schützen teilnehmen, findet im Inzinger Schützenheim statt. Eine ukrainische Theatergruppe kommt auf Gegenbesuch zum Theaterverein Inzing. Mit einer Ausstellung feiert der Schafzuchtverein Inzing sein 50-jähriges Bestandsjubiläum. Die Sektion Ringen des ASVI feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Die 1. Mannschaft der Inzinger Tischtennis-Sektion steigt in die Landesliga A auf. Die Inzingerin Romana Sailer wird Siegerin beim 7. Tiroler Sängerwettbewerb. In Inzing findet eine internationale Tagung über Jugendliteratur statt. Die Inzinger Pfarrgemeinde feiert das 100. Jubiläum der Erhebung zur eigenständigen Pfarre.
1992:
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| Kurt Heel, BM von Inzing seit 1992 | ||
Die Tiroler Doris Neuner und Ernst Vettori werden in Albertville (Frankreich) Olympiasieger. Am 1. Jänner tritt das Gesetz zur Trennung der Gemeinde Inzing-Hatting in Kraft. Kurt Heel löst Kurt Schletterer als Bürgermeister von Inzing ab. Kurt Schletterer (BM von 1968 1992) wird zum Ehrenbürger von Inzing erhoben. Am 23. Juni beschließt der Gemeinderat von Inzing einstimmig, sich am zu gründenden Sozialsprengel Inzing-Hatting-Polling zu beteiligen. Nach 25 Jahren ist die Grundzusammenlegung in unserer Gemeinde abgeschlossen. Gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Innsbruck veranstaltet der Museumsverein eine Ausstellung über Jörg Kölderer, den bedeutendsten Künstler unserer Gemeinde. In Inzing gedenkt man des großen Inzinger Krippenkünstlers Johann Kratzer „Sonneler“ anlässlich seines 50. Todestages. Paul Grießer erhält die Verdienstmedaille des Landes Tirol. Walter Walcher wird erstmals in der Vereinsgeschichte der Ringer österreichischer Meister in der allgemeinen Klasse. Werner Walch wird neuer Obmann der SU Inzing. Die Fleischhauerei Gastl schließt ihren Betrieb. Sieben Flüchtlinge aus Bosnien treffen in unserem Dorf ein. Die Inzinger Fußball-Damen werden Meisterinnen in der Tiroler Damen-Liga. Der Schneeglöckchen-Baum in Hof wird 100 Jahre alt.
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| Dr. Hans Hirschberger | ||
1993:
Dr. Wendelin Weingartner wird neuer Landeshauptmann von Tirol und löst damit den vorzeitig zurückgetretenen Dr. Alois Partl ab. Volksschuldirektor Meinrad Beiler wird mit dem Ehrenring der Gemeinde ausgezeichnet. Ehrenzeichenträger der Gemeinde werden GR Josef Hörtnagl und HR Dipl.Ing. Othmar Kronsteiner. Ein schwerer Hagelschlag zerstört das Kirchendach und richtet auch bei Privathäusern große Schäden an. Zugunsten der Kinderkrebshilfe findet in unserem Dorf ein „Jahrhundertfest“ mit 20.000 Besuchern und 400 Mitarbeitern statt - 1,2 Mio. Schilling Reinerlös können für den karitativen Zweck weitergegeben werden. David Eiterer wird neuer Kommandant der Inzinger Feuerwehr. Die Inzinger Raiffeisenkasse schließt sich mit der Raika Telfs zur Regionalbank Telfs zusammen. In Inzing finden eine Verkehrswoche, die sich mit den Problemen des motorisierten Verkehrs im Dorf auseinandersetzt, und eine Energiewoche zum Thema „Erneuerbare Energie“ statt. Der Vinzenzverein feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Die Bergwacht erhält in der Kirchgasse Räumlichkeiten für ihre Einsatzstelle. Eine Jugendumfrage zeigt auf, dass die Mädchen mit dem Freizeitangebot im Dorf unzufriedener sind als die Burschen.
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| David Eiterer, Kommandant der Feuerwehr seit 1993 | |||
1994:
DDr. Herwig van Staa gewinnt mit seiner Liste 10 Mandate bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck und wird neuer Bürgermeister der Landeshauptstadt. Die Freiwillige Feuerwehr Inzing feiert mit einem großen Festprogramm das 100-jährige Jubiläum. Die neue Unterstufe des Inzinger E-Werkes wird fertiggestellt und die Oberstufe im Dornach stillgelegt. Die Gemeinde beteiligt sich mit S 820.000, an den Kosten für die neue Park&Ride-Anlage am Bahnhof. Unsere Gemeinde liefert den Christbaum für die Bundeshauptstadt Wien. Die Bildhauerin Ursula Beiler gestaltet im Dorf eine Skulpturenstraße. Der Verein für Kultur wird gegründet. Für den Inzinger Alpinpionier Wastl Mariner findet eine Gedenkausstellung statt. 117 Soldaten der Stabskompanie des Militärkommandos in Tirol werden in Inzing unter Teilnahme von Verteidigungsminister Dr. Fasslabend angelobt. Bei den Vorstandswahlen der Inzinger Schützen wird Franz Gruber wieder zum Obmann gewählt. Der Inzinger „juf“-GR Bernhard Ernst wird Abgeordneter der „Grünen Alternative Tirol“ im Tiroler Landtag. Anlässlich 40 Jahre „Tiroler Kulturwerk“ und „30 Jahre Tiroler Chronisten“ findet in Inzing eine Feier statt. Der Ringer Armin Heiss wird mit 7913 Stimmen überlegener Sieger bei der Blickpunkt-Sportlerwahl 94. Der Nachwuchs-Radrennfahrer Florian Draxl erobert Gold bei der Tiroler Bergmeisterschaft. Der erfolgreiche Inzinger Ringer Robert Walcher wechselt in die deutsche Bundesliga.
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| Bernhard Ernst, Abgeordneter zum Tiroler Landtag 1994-1999, GR von 1992-2001 |
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1995:
Österreich ist ab 1. Jänner Mitglied der „Europäischen Union“ (EU). Im Juni findet das von der Plattform „Wir sind Kirche“ ini-tiierte Kirchenvolksbegehren statt. Im Herbst 1995 wird der Erweiterungsbau der Volksschule in Betrieb genommen. Der Kirchturm wird trockengelegt und restauriert. In den Jahren 1995/96 wird das neue Klubhaus der Sektion Tennis errichtet. 10 Inzinger Jugendliche zeigen in einer Ausstellung ihr künstlerisches Können. Das Bataillonsschützenfest Hörtenberg findet vom 30. Juni 2. Juli in Inzing statt. Österreichische Meister im Skispringen werden die zwei Inzinger Martin Zimmermann (Schülerklasse II) und Thomas Neurauter (Schülerklasse I). Bei der Junioren-Springer-WM in wird Martin Zimmermann Vizeweltmeister. Josef Gruber wird neuer Orts-Wirtschaftsbundobmann. Der Ringersportclub (RSC) Inzing, bisher Sektion des ASVI, gründet einen eigenen Verein. Seit mehr als 20 Jahren findet in Inzing erstmals wieder ein Almabtrieb statt.
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| Maria Plattner, langjährige Obfrau der Vinzenzgemeinschaft | ||||
1996:
Die Tiroler NS-Märtyrer Jakob Gapp und Otto Neururer werden durch den Papst seliggesprochen. Seit 1.Jänner gibt es offiziell die Landesmusikschule Zirl Inzing Hatting. Unter dem neuen Obmann Peter Schatz beginnt die Inzinger Volkstheatergesellschaft nach fast 40-jähriger Pause wieder mit dem Theaterspiel. Die Sektion Fußball der SU Inzing feiert ihren 25-jährigen Bestand.
Sandra Mariner gewinnt bei der Rodel-WM im Naturbahnrodeln Bronze. Die Kläranlage des Abwasserverbandes Zirl und Umgebung wird in Betrieb genommen. Pfarrer Karl Lang feiert seinen 60-jährigen Geburtstag. Der Inzinger Kirchturm wird generalsaniert. Karl Oberthanner erhält das Ehrenzeichen des Weltkrippenverbandes. Der ASV Inzing unter Obmann Sepp Hofer feiert sein 75-jähriges Jubiläum. Eine Gruppe von Müttern findet sich zusammen, um in unserem Dorf eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder im Alter von 2 4 zu schaffen. Das ASV und SU gemeinsam zur Verfügung stehende Mehrzweckgebäude wird feierlich eröffnet. Den 25-jährigen Bestand feiert die Sektion Fußball der SU. Die Unternehmerin Ingeborg Freudenthaler wird von Umweltminister Dr. Martin Bartenstein als „Umweltmanager des Jahres“ aus